Die 4 größten Irrtümer
über die Verfügbarkeit von Arzneimitteln in Europa

Die 4 größten Irrtümer über die Verfügbarkeit von Arzneimitteln in Europa

Die Verfügbarkeit von Arzneimitteln bleibt eine große Herausforderung im europäischen Gesundheitssektor. Dennoch gibt es viele Missverständnisse über Ursachen, Verantwortlichkeiten und Lösungsansätze. Diese Irrtümer sorgen nicht nur für Verwirrung, sondern können auch zu falschen Entscheidungen in Krankenhäusern, Apotheken und anderen Gesundheitseinrichtungen führen.

In diesem Beitrag stellen wir die vier häufigsten Irrtümer vor und erklären, was in der Arzneimittelkette tatsächlich passiert.

1. Engpässe werden vor allem durch das verursacht, was in Gesundheitseinrichtungen passiert

Dies ist ein weit verbreiteter Irrtum, aber weit von der Realität entfernt.
Auch wenn ein gutes Bestandsmanagement wichtig ist, entstehen die meisten Engpässe wesentlich früher in der Lieferkette.

Häufige Ursachen sind zum Beispiel:

  • Produktionsprobleme
  • Engpässe bei Rohstoffen
  • Strengere Qualitätskontrollen
  • Spitzen in der internationalen Nachfrage
  • Logistische Verzögerungen

Apotheken und Krankenhäuser werden oft erst als letzte Instanz mit den Folgen konfrontiert. Der Engpass liegt selten an ihrer eigenen Planung; die Ursachen finden sich meist in Produktion, Distribution oder Marktdynamik.

2. In Europa ist die Verfügbarkeit von Arzneimitteln überall gleich

Europa hat zwar einen gemeinsamen Markt, aber keineswegs einen einheitlichen Zugang zu Arzneimitteln. Faktoren, die sich von Land zu Land deutlich unterscheiden, sind etwa:

  • Nationale Gesetzgebung
  • Erstattungsregelungen
  • Preisverhandlungen
  • Lokale Nachfrage
  • Kommerzielle Entscheidungen der Hersteller

Dadurch kann ein Arzneimittel in einem Land problemlos verfügbar sein, während es in einem anderen Land kaum zu bekommen ist. Genau deshalb spielt internationales Sourcing eine entscheidende Rolle.

3. Engpässe bedeuten, dass es überhaupt keine Alternativen gibt.

Ein Produkt kann offiziell als „nicht lieferbar“ gelten, aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass keine Lösungen existieren.

Mögliche Alternativen sind zum Beispiel:

  • Arzneimittel aus anderen EU-Ländern
  • Unterschiedliche Packungsgrößen oder -varianten
  • Vorübergehende Substitutionen
  • Therapeutisch gleichwertige Produkte

Bei Orphamed sehen wir täglich, dass oft mehr möglich ist, als Gesundheitseinrichtungen auf den ersten Blick vermuten. Nicht lieferbar ist nicht dasselbe wie nicht verfügbar.

4. Engpässe sind nicht vorhersehbar

Auch wenn der genaue Zeitpunkt eines Engpasses schwer zu bestimmen ist, sind Engpässe zumindest teilweise vorhersehbar.

Warnsignale sind zum Beispiel:

  • Längere Lieferzeiten
  • Produktionsstopps
  • Steigende internationale Nachfrage
  • Änderungen im regulatorischen Umfeld
  • Eingeschränkte Verfügbarkeit von Rohstoffen

Diese Signale geben häufig einen klaren Hinweis auf bevorstehende Probleme.

Durch gutes Monitoring, eine enge Zusammenarbeit mit Lieferanten und Einblick in internationale Märkte können Gesundheitseinrichtungen viele Engpässe frühzeitig erkennen und sich darauf vorbereiten.

Möchten Sie mehr Einblick in die Verfügbarkeit von Arzneimitteln oder Unterstützung bei schwer erhältlichen Medikamenten?
Kontaktieren Sie uns gerne unter orders@orphamed.nl.